Die Speisekarte ist Marketing — nicht nur Küchenliste

Zwischen Herkunftsangabe und Story-Overkill: wie Gastro-Texte Gäste führen, ohne die Küche zu übertönen.

Angerichtetes Gericht auf keramischem Teller

In vielen Betrieben entsteht die Karte unter Zeitdruck: Gerichte stehen, Preise stehen, Texte werden in der letzten Nacht ergänzt. Später wundert man sich, warum Packages online besser klingen als das, was der Gast im Restaurant liest.

Gute Menütexte brauchen keine Romane. Sie brauchen Orientierung: Was ist das Gericht? Was macht es hier besonders? Was sollte der Gast wissen, bevor er bestellt? Drei kurze Zeilen reichen oft — wenn sie konkret sind.

Hospitality-Marketing für Gastro lebt von Glaubwürdigkeit. „Hausgemacht“ ohne Hinweis, was tatsächlich im Haus entsteht, wirkt schnell hohl. Besser: „Teig und Füllung aus unserer Küche, Beeren vom Hof zwei Orte weiter.“ Das ist Branchenalltag — und genau deshalb lesenswert.

Wir sehen in Briefings häufig denselben Fehler: Die Website erzählt vom regionalen Lieferanten, die gedruckte Karte listet nur den Namen des Gerichts. Gäste merken den Bruch. Wer Kampagnen für Hotels und Restaurants plant, sollte Karte, Website und Empfangssprache in einem Atemzug denken.

Ein einfacher Test: Lesen Sie drei Gerichte laut vor, als säßen Sie mit Freunden am Tisch. Klingt es nach einer Empfehlung — oder nach einer Produktbeschreibung aus dem Großhandel? Wenn Letzteres, lohnt eine redaktionelle Runde vor der nächsten Drucklegung.

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